Classic Meets Jazz

Die Komponisten

Sabin Pautza

Sabin Pautza
SPIELE IX (ECCHOS) für Combo und Orchester

Der rumänische Komponist Sabin Pautza hat das Werk "Ecchos" für die von dem Saxophonisten Nicolas Simion geleitete Combo komponiert. Dieses Stück gehört zu den Werkserien "Jocuri" (Spiele) - Werke, in denen sich mehr oder weniger erkennbare melodisch-rythmische Motive der rumänischen Folklore befinden. Das Werk heisst "Ecchos", weil sich darin Elemente aus den anderen 8 Werken des Zyklus "Jocuri" wiederholen. Die Combo besteht aus 6 Solo-Instrumenten: Bassklarinette, Klavier, Gitarre, Bandoneon, Kontrabass und Schlagzeug. Mit der Hilfe des homogenen Materials führen die Solisten einen ständigen Dialog, während die Streicher eine ergänzende Rolle spielen und die verschiedenen Segmente des Werkes miteinander verbinden. Das Werk hat eine strenge klassische Sonatenform. Aber im Unterschied zur Sonatenform wird in der Reprise ganz neues Material als Brücke zwischen den Themen eingebaut. Das Stück besteht aus kontrastierenden Segmenten, die wie ein Mosaik aussehen. Bassklarinette und Klavier dürfen frei improvisieren, während für die anderen Instrumente die Improvisation vom Komponisten geschrieben wurde.
Sabin Pautza, Sibiu 2010

Sabin Pautza

Norbert Scholly
PIECE FOR STRINGS AND JAZZ ENSEMBLE

Meine Komposition "Piece for Strings and Jazz Ensemble" beschreibt den Zustand der völligen Entspannung. Schliessen Sie die Augen, lehnen Sie sich zurück und hören Sie einfach zu, und die Wirkung der Musik wird Sie verzaubern.

Norbert Scholly, Köln 2010
www.norbertscholly.de www.myspace.com/norbertscholly


 

Cristian Marina
TRIBUTE

Schon immer war ich jazz-süchtig. Mein Leben lang hat mich der Jazz beeinflusst - als Musikliebhaber, aber auch als Komponist. Obwohl die Sprache des Jazz im Gegensatz zu meiner klassischen Musikausbildung steht, empfinde ich sie als unentbehrliche Ergänzung, die meine Arbeit mitbestimmt. Man kann in vielen meiner Kompositionen und in der Struktur meines kompositorischen Denkens deutlich Spuren dieser Musikrichtung spüren. Mich fasziniert die Idee, die beiden gegensätzlichen Wege der Musik - Improvisation und Komposition - in einem einheitlichen Werk mit ganz eigenem Charakter zusammen zu bringen. "Tribute" ist meine erste Arbeit, in der die Sprache des Jazz den musikalischen Satz beherrscht. Einerseits ist die instrumentale Kombination aus Jazzcombo und Streichorchester eine immense Herausforderung, andererseits ist dies aber eine sehr traditionelle Kombination im Jazz. Sie ist die Grundlage legendärer Produktionen des Genres. Dieses Stück ist mein ganz persönlicher Tribut an den Jazz.

Cristian Marina, Stockholm 2010
www.cristianmarina.com

Dan Dediu
ROMÂNOLOGIE I

Das Werk ROMÂNOLOGIE I benutzt ein paar othomanische Motive, die aus den Kompositionen des Fürsten Dimitrie Cantemir entstanden sind (Cantemir war Fürst Moldawiens am Anfang des 18. Jahrhundert und ein großer Gelehrter. Er gehörte zugleich der Mizler Akademie in Berlin an, in der auch Bach und Leibniz Mitglieder waren). Der orchestrale Rahmen versucht einerseits, das orientalische Parfüm der Melodik zu behalten, andererseits aber baut er moderne Harmonien.

Dan Dediu, Bucharest 2010
www.dandediu.com


 

Antonis Anisegos
NAU

NAU heißt auf Esperanto neun und repräsentiert die Unendlichkeit in Vortex Based Mathematics. “...The number nine is Energy being manifested in a single moment event of occurrence in our physical world of creation.” Alle Rhythmen und Noten der Komposition sind Interpretationen vom numerischen “Diamantenmatrix”, das auf Zahlenmuster der VBM Theorie basiert. “The number nine lines up with the center of the infinity symbol and it is from this center that the linear emanations we call Spirit emanate from the center of mass outwards. Spirit is the only thing in the universe that moves in a straight line. Spirit is the inertia aether that Einstein postulated. Spirit is what makes everything else warp and curve around it. The perfect number patterns are actually created by this Spirit energy. Without Spirit the universe would become destitute and void. Spirit flow is the source of all movement as well as the source of the non-decaying spin of the electron.” (Zitate: www.markorodin.com)

Antonis Anisegos, Berlin 2010
www.enstase.com

Chris Dahlgren
SONG OF

Die Komposition SONG OF für Streichorchester und improvisierendes Quintett ist eine musikalische Umsetzung der ersten Strophe eines Gedichts von Walt Whitman, dem großen amerikanischen Poeten des 19. Jahrhunderts "Song of Myself". SONG OF ist das letzte Stück einer Serie von Kompositionen von mir, die seit 2003 auf speziellen Texten basieren. Es wird gesagt, "Am Anfang war das Wort", und ich finde eine endlose Inspirations-Quelle aus Worten verschiedener Autoren (siehe englischen Text).

Chris Dahlgren, Berlin, 2010
www.chrisdahlgren.com


 

Nicolas Simion
RUGACIUNE (Prayer / Gebet)

Ich habe bemerkt, dass in meinen Orchesterstücken, die aus einer anderen Welt kommen, die Semantik aus einer religiösen Inspiration gespeist wird. Nicht, dass ich besonders fromm wäre, denn ich war nie besonders überzeugt von der Institution Kirche. Aber das pure Gefühl, das Lächeln durch die Tränen, die ewige Suche nach Harmonie faszinieren mich und bringen mich näher zu der unendlichen Melodie, die man durch die verlorenen Noten in jeder dieser Stücke hören kann. Es ist egal, was davon komponiert oder improvisiert ist, so lange die Musik organisch klingt. So lange sie so klingt, als spräche sie zu uns…

Es ist die Suche nach dieser Balance. Und es zu sehen durch diese so unterschiedlichen Einheiten von Ensemble und Jazz-Combo, die wie Yin und Yang miteinander kämpfen, ohne dass einer gewinnt.  Es ist vielleicht unser täglicher Kampf gegen die Gesellschaft und das soziale System, dass das Existenz-Gefühl in uns aufweckt.

    Ich möchte dieses Stück meiner geliebten Mutter widmen, die mir all ihre Liebe gegeben hat, und auch Maestro Nicolae Coman, der immer mein „spiritueller Vater“ war.

Nicolas Simion, Köln 2010
www.nicolassimion.com