Presse  (Interviews)
Balkan Jazz – Auf den Spuren der Folklore
Gespräche mit Nicolas Simion und Theodosii Spassov

„Aus den Schluchten des Balkan – Der Jazz entdeckt Südost-Europa“ konstatierte im Jahre 2005 der Jazz-Kritiker und –analyst Hans-Jürgen Schaal auf seiner Homepage „Schaal’s Site“ eine bemerkenswerte Entwicklung, die allerdings schon vor einer ganzen Reihe von Jahren begonnen hatte. Aber wann eigentlich und mit wem? Schaal meint, es lasse sich wohl nicht mehr feststellen, wer als Erster die Idee gehabt habe, Jazz und Balkanmusik „zu verheiraten“, und deshalb erkläre er kurzerhand Dusko Goykovich zum Vater des Balkan Jazz.

Tatsächlich hatte der im Herzen des damaligen Jugoslawien, im bosnischen Jajce von serbisch-montenegrinischen Eltern geborene Trompeter bereits 1966 die LP „Swinging Macedonia“ produziert, mit solch berühmt gewordenen, an Volkslieder seiner Heimat angelehnten Eigenkompositionen wie „Bem-Basha“, „Nights of Skopje“ und „Balkan Blue“. Auch später ging Goykovich immer wieder gern „back to the roots“, ohne jedoch die Verknüpfung von Jazz und Folklore zu einem Leitmotiv seiner musikalischen Karriere zu machen. Doch gehört – neben einigen einzelnen seiner Kompositionen - zu einem „Balkan Jazz“-Katalog unbedingt seine großorchestral angelegte Jazzsuite „Balkan Blues“, die am 14. November 1992 mit der NDR-Philharmonie in Hannover aufgeführt wurde (als Doppel-CD mit „A Night in Skopje“ 1997 bei Enja), nachdem sie bereits 1978 beim Belgrader Jazz Festival als „Jugoslavia Jazz Suite“ gefeiert worden war.

An einen anderen Ahnherrn des Balkan Jazz erinnert Nicolas Simion, der in Köln lebende rumänische Saxophonist, Komponist und Bandleader, der sich selbst zu einem der profilierten Vertreter dieses Genres entwickelt hat („Balkan Jazz und mehr“, Jazzzeitung 03/2005). Er spricht mit größter Hochachtung von dem bulgarischen Pianisten, Komponisten und nicht zuletzt Arrangeur Milcho Leviev (Jahrgang 1937), der von 1971 bis 1976 die ohnehin schon revolutionäre Big Band des Trompeters Don Ellis, des „Propheten ungerader Metren“ (H.-D. Grünefeld, Jazzzeitung 02/2001), durch seine Arrangements mit den für die Balkan-Volksmusik typischen ungeraden Takten und schnellen Tempi noch zusätzlich aufmischte. Simion: „Da gibt es Live-Aufnahmen, die sind einfach genial, das ist unglaublich, was Leviev da gemacht hat. Das war sozusagen die Geburt des Balkan Jazz, wie wir ihn heute kennen.“

Mit der Welle der Weltmusik und ihren „Unterwellen“ Latin, Cuba, Afro, Asian, Indian, selbst Aborigin überspülte uns bald auch eine Balkanwelle mit rasanten Gypsy Brass Bands wie den Fanfare Ciocârlia und den Taraf de Haïdouks aus Rumänien oder dem Kocani Orkestar aus Mazedonien, mit stimmgewaltigen Sängerinnen wie der mütterlichen Esma Redžepova aus Skopje. Einschlägige Filme wie ……….trugen ihr Teil zu einer allgemeinen musikalischen Balkan-Begeisterung bei. Und längst war über die Roma-Musik hinaus eine grenz- und ethnien-überschreitende Melodien- und Rhythmen-Melange entstanden, zu der sich auch noch eine Klezmer-Welle gesellt hatte. So war es aber eigentlich immer schon im Südosten Europas, mal mehr, mal weniger, je nachdem, ob Vielvölkerreiche oder Nationalstaaten in engeren Grenzen und mit engeren Stirnen über die Völker herrschten. Nur bei uns hatte man davon nicht viel mitbekommen.

In der allgemeinen Balkan-Begeisterung der neunziger und beginnenden zweitausender Jahre wurden viele der Folklore-Ensemble und Blasorchester zu Jazzfestivals eingeladen, obwohl – wie Nicolas Simion meint – die meisten mit Jazz nichts zu tun haben, im Gegensatz zu Hans-Jürgen Schaal, für den „auch dort, wo nicht ‚Jazz’ drauf steht, …oft eine Menge Jazz drin(steckt)“. Für ihn „hätte sich der Jazz auch auf Balkan-Basis entwickeln können – mit glühenden Improvisationen, verwirrenden Taktarten, wilden Tanzrhythmen und todtraurigen Balladen“. Dafür hätten „viele großartige Musiker“ Beispiele geliefert, schreibt Schaal, und zählt dazu auch Milcho Leviev und Nicolas Simion sowie den Zagreber Vibraphonisten Bosko Petrovic, den serbischen Kontrabassisten Nenad Vasilic und den bulgarischen Kaval-Spieler Teodosii Spassov.

Wenn jemand das Spezifische sowohl der Folklore in Südosteuropa als auch die Möglichkeiten ihrer Adaption im modernen Jazz erläutern kann, dann ein Jazzmusiker wie Nicolas Simion, der in einem siebenbürgischen Dorf in der Nähe von Braşov/Kronstadt mit dieser Musik aufgewachsen ist. Was hat es auf sich mit diesen komplexen Takten und Rhythmen, die auch Mittel- und Westeuropäer mitreißen, aber auch verwirren können oder bei langsameren Tempi emotional tief berühren? Simion in Köln im Gespräch mit der Jazzzeitung: „Einmal sind es diese ungeraden Takte, zum Beispiel 5/8, 7/8, 9/8, auch 11/8 oder 13/8. Die Musik hat sich nach dem Text, nach der Betonung der Verse entwickelt, und die verliefen meist nach dem Rhythmus ‚kurz kurz kurz lang, kurz kurz kurz lang’. Und so sind auch die Tänze dazu gekommen und das Element der Geschwindigkeit. Auch ist immer ein improvisierter Teil dabei. Die Leute spielen nicht zweimal das Gleiche, auch wenn das Lied immer erkennbar bleibt. Jeder Instrumentalist tut was Eigenes dazu, noch ein paar Triller drauf, ändert ein bisschen die Linie. Es ist ein wenig so wie in der indischen Musik, die entwickelt sich auch ständig, aber sie hat schon eine Basis, sozusagen eine Syntax. Diese Lieder, mal Liebes-, mal Trauerlieder, mal wilde Tänze, sind oft sehr frei und improvisiert gespielt. Zwischen ein paar einfachen Linien schwimmen die Musiker und die Sänger wie die Fische. Und so klingt eben jedes Lied, jeder Tanz, jedes Stück anders und doch wieder gleich, jedenfalls für Außenstehende.“

„Die Musik“, fährt Simion fort, und seine Stimme wirkt bewegt von Erinnerung, „war und ist eigentlich immer noch ein Teil der Gesellschaft in all diesen Ländern. Überall, bei Hochzeiten, bei Begräbnissen, bei allen möglichen Festen wird Musik live gespielt, auf der Straße, auf den Höfen, in den Häusern. Die Menschen singen und tanzen. Immer ist eine Kapelle dabei, und wenn es bei armen Leuten manchmal nur eine Geige und ein Akkordeon, ein Dudelsack und eine Flöte ist. Dann gibt es diese typischen Chöre wie in Albanien und Bulgarien, wo die Frauen in hohen Vierteltönen singen. In Albanien gibt es eine Art zu singen, da wird ein Dudelsack imitiert dadurch, dass einer den Grundton hält, dann kommt eine Quinte dazu und zwei, drei Frauen singen vierteltönig Melodien darüber. Die Musik in der ganzen Region Südosteuropas ist eben ungemein reich, und es ist kein Zufall, dass der große Béla Bartók und sein Kollege und Freund Zoltán Kodály diese Musik gesammelt, analysiert, transkribiert haben, unterstützt auch von dem mit den beiden Ungarn befreundeten rumänischen Musikethnologen Constantin Brâloiu. Diese großartigen Menschen haben gewusst, dass es dort einen Thesaurus der Volkskultur zu erhalten gibt, und sie haben ihn der Nachwelt erhalten.“

Überhaupt Béla Bartók – 1988, bei einem Zwischenaufenthalt in Budapest waren Nicolas Simion die Klaviertranskriptionen der 6000 Volkslieder in die Hände gefallen, die der ungarische Komponist zwischen 1910 und 1919 in Siebenbürgen gesammelt hatte. Er gab all seinen mühsam erschufteten Hilfsarbeiterlohn für den Erwerb der Hefte aus. Er war so fasziniert von der oralen Tradition dieser Musik seiner Kindheit und Jugend, dass er bereits 1991, nachdem ihm drei Jahre zuvor die Flucht nach Wien geglückt war, seine erste im Westen veröffentlichte CD mit dem Titelstück „Black Sea“ zierte – dem Schwarzen Meer nämlich war eines der schönsten rumänischen Lieder aus Bartóks Sammlung gewidmet. Von Bartók wie auch von dessen rumänischem Zeitgenossen George Enescu, der ebenfalls aus den Quellen der Volksmusik schöpfte, lässt sich Simion immer wieder inspirieren, wie es überhaupt seit Beendigung seiner klassischen Musikausbildung in Kronstadt und Bukarest sein Ziel sei, „die drei Elemente Volksmusik, Jazz und Klassik bzw. die Neue Musik des 20. Jahrhunderts in eine Symbiose zu bringen, mal überwiegt dann dabei das eine, mal das andere der drei Elemente.“

Simion verfügt über eine viel zu große Bandbreite, als dass er sich ausschließlich als Vertreter des Balkan Jazz sieht. Er komponiert auch Kirchenmusik, Ballettstücke, Werke für Sinfonieorchester und Jazzband, ist auch als Jazzinstrumentalist von Be Bop über Hard Bop bis zum Free Jazz in allen Sätteln gerecht. Aber davon unbeschadet begrüßt er nicht nur für sich vorbehaltlos die belebenden Einflüsse, die von der balkanischen und - weiter gefasst - der südosteuropäischen Volksmusik auf den Jazz in Europa bis hinüber in die Staaten seit den neunziger Jahren ausgehen. Und für Musiker, die in der Region leben oder aus ihr stammen, bietet sich eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration und auch der Identitätsfindung. Bei den jüngeren Kollegen in Rumänien vermisst er allerdings die Weiterpflege der rumänischen und balkanischen Volksmusiktradition wie sie in den sechziger und siebziger Jahren mit großen, auch über die Grenzen Rumäniens hinaus bekannten Jazzmusikern verbunden war wie dem Pianisten Yancy Körössy, dem Pianisten und Bassisten Johnny Râducanu, dem leider schon mit 40 Jahren verstorbenen Pianisten und genialischen Komponisten Richard Oschanitzky oder auch mit dem Saxophonisten Dan Mândrila,

Die Musiker der mittleren Generation aber wollten amerikanisch klingen und amerikanische Standards spielen, was ja nicht verkehrt sei, „aber wie kann ein Rumäne besser Standards spielen als ein Amerikaner?“, beklagt Simion, der oft in seinem Heimatland gastiert, auch rumänische Musiker zu unterstützen versucht, aber eben merkt, dass bei denen wie beim breiten Publikum außer den klassischen Standards entweder modischer Jazzrock und Fusion oder billige kommerzialisierte Folklore besser ankommen als sein anspruchsvoller Ethno-„Balkan Jazz“, mit dem er sich inzwischen in unseren Breiten einen Namen gemacht hat. Mit anderen Worten: „Der wirkliche Balkan Jazz wird hierorts gespielt?“ Simion darauf lachend: „Genau so ist es. Es ist ein Paradox!“ Hans-Jürgen Schaal hatte schon 2005 festgestellt: „Der beste Bulgaren-Jazz kommt heute aus New York.“

Eine ironische Überspitzung, gewiss, aber mit den Definitionen im Jazz, ja mit dem Begriff Jazz selbst, ist es bekanntlich eh so eine Sache, und als just vor zehn Jahren und just dort, wo die Jazzzeitung jetzt Nicolas Simion zum Gespräch über Balkan Jazz traf, nämlich im Kölner Stadtgarten, die Deutsche Welle mit der „Nicolas Simion Group feat. Dusko Goykovich“ ein Konzert mit dem Titel „Balkan Jazz gab, aus dem eine wunderbare CD gleichen Titels entstand, da war der Bandleader, wie er jetzt eingestand, „von dieser Idee – ‚Balkan Jazz, Balkan Jazz’ – nicht so begeistert, war eher skeptisch wegen des Begriffs, aber mittlerweile merke ich, dass er schon irgendwie treffend ist.“ Und Simion verweist mit einigem berechtigtem Stolz darauf, dass er 2004 mit der WDR Big Band ein Konzert mit seinen, von Bill Dobbins arrangierten Stücken gab unter dem Titel – „Balkan Jazz“. Noch in diesem Jahr wird die CD bei NRW Records erscheinen. Und so freue er sich, dass auf diese Weise ein Bogen geschlagen werde zu dem, was damals in den sechziger und siebziger Jahren schon Dusko Goykovich und Milcho Leviev geleistet haben, zu Jazz unter Balkan-Einfluss, ob er nun Balkan Jazz heiße oder einfach nur Jazz.

Ähnlich flexibel und unbekümmert um Definitionen zeigte sich wenige Wochen vor dem Treffen mit Nicolas Simion ein anderer prominente Jazzmusiker vom Balkan, den die Jazzzeitung ebenfalls in Köln zum Gespräch traf, den bulgarischen Kavalspieler Theodosii Spassov. In der Ansage seines Konzerts hatte es geheißen, die Zuhörer würden „Jazz aus Bulgarien“ hören. Aber der immer freundlich und im Gegensatz zu seinem temperamentvollen Spiel zurückhaltend auftretende Spassov erklärte danach ganz ruhig: „Ich werde Musik spielen, die hundertprozentig aus Bulgarien kommt. Einige Leute sagen, das sei Folklore, andere nennen sie Jazz, wieder andere Zeitgenössisch (Contemporary). I don’t know what is the name of this music. It is Bulgarian Music. Enjoy!“ Knapper, aber auch liebenswürdiger kann man eine Definition nicht verweigern. Ebenso lakonisch sagte er im späteren Gespräch zur Frage: „Balkan Jazz?“ „ Maybe you can say Scandinavian Jazz or Indian Jazz or Japanese Jazz (lacht). Jazz is Jazz!“

Im Gegensatz zum Multiinstrumentalisten Simion beschränkt sich Spassov auf ein Instrument, die achtlöchrige hölzerne Hirtenflöte Kaval, eines der ältesten Instrumente Europas, wenn nicht der Welt, das er seit frühester Kindheit bei seinem Vater, einem Musiklehrer an der heimatlichen Dorfschule, lernte und später in Plovdiv an der Hochschule ausgiebig studierte, dabei sein Spiel nicht nur zu höchster Virtuosität führte, sondern auch einen völlig neuen, ganz eigenen, unerreichten Stil entwickelte. Diese Spieltechnik im Verein mit seiner hoch entwickelten Musikalität, seiner Improvisationskunst und seinem Einfühlungsvermögen befähigt ihn, eine Synthese aus traditioneller Folklore mit Jazz, Fusion, Pop und Klassik einzugehen, manchmal getrennt, manchmal hintereinander, manchmal verschmolzen.

Als ganz junger Mensch hatte er unter den traditionellen Instrumenten der Volksmusik das Kaval gewählt, weil er mit ihm romantische Gefühle verband, Schäfer, die mit ihren Herden durch Wälder und Auen streiften, in freier Natur und ohne Sorgen. Den natürlichen Klang der Flöte, wie er ihn als Knabe geliebt und zu spielen erlernt hatte, schätzt und pflegt er auch heute noch, natürlich sehr viel ausgebildeter, raffinierter, unglaublich virtuos und zeitweise höchst anrührend. Aber er vermag auch durch elektronische Manipulation die tollsten Effekte zu erzielen, so dass sich der Zuhörer fragt, wo aus dem kleinen Instrument der Spieler die schrägen Klänge hervorzaubert. Wieder lacht Spassov verschmitzt und verweist auf sein Geburtsjahr 1961: Ich wuchs mit der Musik jener Zeit auf, der Hippie-Zeit, der Musik von Jimmy Hendrix, Deep Purple, Uriah Heep etc. Und auf der Jazz-Seite gab es Hubert Laws, den amerikanischen Flötisten, und Jethro Tull, dann Roland Kirk, von diesen Leuten gewann ich als junger Mensch meine Soundästhethik. Normalerweise benutze ich den Originalsound meines Instruments, aber die junge Generation liebt noch immer sehr die elektronische Spielweise der Sechziger.“

Auf diese Weise kann er auf die speziellen Wünsche von Konzertveranstaltern eingehen. Wird traditionelle bulgarische oder Balkan-Folklore verlangt, stellt er ein entsprechendes Ensemble zusammen, mit den entsprechenden Instrumenten und den typischen drei Sängerinnen. Auf internationalen Jazz-Festivals wartet er mit einem Mix aus Balkan Jazz, Oriental, Rock oder gar Pop auf. „Manchmal trete ich mit einem Symphonie-Orchester auf, mit meiner Musik. Manchmal trete ich, wie hier in Köln, mit meinem Trio – Hristo Yotso, drums, und Rumen Toskov, piano – auf und spiele, was ich angesagt habe (lacht). Dann bin ich bei dem Ethno-Rock-Jazz-Gitarristen Vlado Stefanovski in Skopje. Danach wiederum in Sofia beim DJ-Festival ‚Drum & Jazz’. Ich war und bin noch bei den irischen River Dance unter Vertrag. Musik ist Musik! Man muss nur die Kleider wechseln.“

Auf die skeptische Frage „Aber Ihre Person, Ihre Persönlichkeit bleibt dieselbe?“ folgt eine fast bekenntnishafte Erwiderung: „Mein Kopf ist derselbe, mein Körper ist derselbe, mein Herz ist dasselbe, nur die Kleider sind verschieden. Manchmal sind sie traditionell, manchmal mehr modern, mehr zeitgemäß, es hängt vom Projekt ab. Als ich jung war, träumte ich davon, auf meinem Instrument mit allen Musikern aller Richtungen und Stile zu spielen, von der europäischen Klassik, über die Musik der östlichen Hemisphäre und Indiens, über den Jazz, den Rock, die Popmusik. Dieses mein Instrument zu spielen, bedeutet wahre Kommunikation, geistige Kommunikation mit anderen Musikern meiner Zeit.“

Und wie sich die Ringe schließen: Zu den anderen Musikern seiner Zeit gehören auch sein älterer Landsmann Milcho Leviev, der noch immer in Sofia aktiv ist, mit dem Spassov gelegentlich zusammenspielt und dem er auf seiner CD „Welkya“ (Nachteule) von 1992 das Stück „Manipulation“ gewidmet hat. Mit Nicolas Simion hat er vor vier Jahren auf dem Bukarester Jazz Festival in einem Billy Cobham Project zusammen gespielt, mit Dusko Goykovic im letzten Jahr auf dem Jazz Festival von Niş/Serbien – „ja, er ist sehr berühmt. Ich habe das Album ‚Balkan Jazz’ von der Deutschen Welle. Great Stuff!“ Auch das eine Definition!

Jazz-Zeit, September 2009
Westwärts an den Balkan. Die schwierigen Pfade des Nicolas Simion
Ein knappes Jahrzehnt hindurch konnte sich Wiens Jazzszene mit einem der profilstärksten Saxophonisten Europas schmücken, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein. Mittlerweile ist Nicolas Simion weiter gezogen. Und tatsächlich scheint sein in Österreich entwickeltes Konzept einer Verschmelzung von Jazz und rumänischer Volksmusik in seiner neuen Wahlheimat Deutschland auf mehr und größere Ohren zu stoßen als hierzulande. Bei allen Gefahren, die dem ihm übergestülpten Marketing-Etikett „Balkan-Jazz" innewohnen.

„So richtig habe ich meinen Platz in Wien nicht gefunden." Nicolas Simion bringt die Gründe für seine Übersiedlung nach Köln ohne zu zögern auf den Punkt. Seit 1998 lebt der rumänische Saxophonist in der alten Römer-Stadt am Rhein, nachdem er zuvor bereits ein Jahr lang zwischen der neuen und seiner alten Wahlheimat Wien gependelt war. „Ich hatte 1997/98 das Gefühl einer kleinen Krise. Ich habe die österreichische Szene über die Jahre beobachtet und mir gedacht, dass ich nicht über die richtigen Kontakte verfüge, nicht die hierher passende Musik mache, ich nicht Teil der hiesigen Szene bin. Aber es gab auch einen musikalischen Grund: Die meisten Aufnahmen habe ich mit Musikern gemacht, die – zufällig oder nicht – nicht hier gelebt haben. Irgendwie habe ich nicht die richtigen Musiker getroffen. Mit den guten hatte ich nicht die Gelegenheit zu spielen, etwa mit Harry Pepl, mit dem ich unbedingt etwas machen wollte, oder mit Uli Scherer. Ich habe hier keine richtige Working-Band gehabt, nur immer wieder zwei, drei Leute getroffen, einen oder zwei Tage gespielt, dann war es wieder vorbei."

Dass Nicolas Simion in Wien nie wirklich heimisch geworden ist, dafür kann retrospektiv bereits der Jänner 1989 als Omen gesehen werden. Als er damals auf der Rückkehr von einem Gastspiel beim Warschauer Jazz-Jamboree und nach zweimonatigem Aufenthalt in Budapest über die grüne Grenze nach Österreich kam, entpuppte sich das Flüchtlingslager Traiskirchen nicht wie geplant als Etappenziel auf dem Weg in die USA oder nach Frankreich, sondern bereits als vorläufige Endstation. „Ich habe die Einwanderungsformulare für die USA und Kanada ausgefüllt, als ich aber im Juni 1989 politisches Asyl bekommen habe, dachte ich mir: 'Wozu nach Amerika gehen? Dort gibt es viel mehr Saxophonisten, die besser sind als ich, und die nichts zu tun haben.' Das war gut, weil ich ein paar Jahre gebraucht habe, um mir Klarheit darüber zu verschaffen, was ich kann und was ich will. Ich versuchte, handwerklich eine gute Basis zu entwickeln, das Konzept mit Folklore und Jazz hat sich langsam herauskristallisiert. Auf der ersten Aufnahme 'Black Sea' merkt man noch, dass ich auf der Suche war."

Immerhin war Wien der Ort, an dem Simion sich paradoxerweise seiner Wurzeln in jener Heimat immer stärker bewusst wurde, die er soeben hinter sich gelassen hatte. Noch in Budapest war er auf Bela Bartóks Klaviertranskriptionen rumänischer Volkslieder gestoßen; fasziniert von der Authentizität der oralen Tradition dieser Musik, die er teilweise selbst in seinem transsylvanischen Heimatdorf Dumbravita erlernt hatte, vertiefte er sich nun in Bartóks Lied-Sammlungen. „Black Sea", das erste, im April 1991 aufgenommene Album, das neben Hommagen an Charlie Parker, McCoy Tyner und den kurz zuvor verstorbenen Leo Wright auch drei auf Volksliedern basierende Piecen enthielt, indizierte Simions neuen musikalischen Fokus bereits im CD-Titel. Eingespielt wurde das „West-Debüt" freilich mit Musikern aus der entgegengesetzten Himmelsrichtung: Die jungen New Yorker M-Base-Granden Graham Haynes, Lonnie Plaxico und Ronnie Burrage, gerade mit Paul Zauners Blue Brass Connection auf Tournee, gesellten sich dem Saxophonisten bei. „Die Erfahrung mit 'Black Sea' war für mich, dass es schneller und effektiver ist, mit Leuten zu arbeiten, die mehr Erfahrung, die einen Namen haben. Das ist im Jazz-Business – leider – sehr wichtig. Die Produzenten sehen sich die Aufnahmen an und sagen: 'Ah, diesen Amerikaner kenne ich!' Wenn man aus dem Ostblock oder generell aus Europa kommt, kann die Musik noch so gut sein – das ist uninteressant."

Prompt fand Simion im bayrischen Tutu-Label einen Partner. Und so fügte sich eins ins andere: 1992 folgte der heute 42-Jährige dem verstorbenen Jim Pepper als Saxophonist im Quartett Mal Waldrons nach, 1993 wurde die CD „Dinner For Don Carlos" veröffentlicht, die Simion erneut mit teils hochprominenten Sidemen - Tomasz Stanko, Ed Schuller und Patrice Heral – hören ließ und noch heute zu seinen besten Aufnahmen zählt: Sie zeigt ihn in gelösten, weit ausladenden Linien, geistvoll fortgesponnen und mit jenem schwermütig-virilen Sound intoniert, der zum unverkennbaren Markenzeichen des Saxophonisten geworden ist. Coltrane reflektierend, hatte er hier den Klang der Musik seiner Heimat so weit verinnerlicht, dass er ihn auch ohne volksmusikalische Lied-Vorlage in jedem Ton in sich trug. Freilich war damit auch ein paradox anmutendes Konzept skizziert, das Simion bis zu „Nick at Night" (2000) durchhielt: Ost-Musik mit West-Musikern, bei beinahe gänzlicher Aussparung von in Österreich ansässigen Kollegen. Eine Reaktion auf die - siehe oben - für von außen Kommende oft wie eine geschlossene Gesellschaft wirkende österreichische Jazzszene, die Simion freilich weiter isolierte und daran hinderte, hierzulande Fuß zu fassen. Und zweifellos mit ein Grund dafür, dass er – seit 1995 österreichischer Staatsbürger - Anfang 1998, nach der wichtigen Uraufführung seiner „Canzonieri Sacrale" im Wiener RadioKulturhaus, sich erneut auf den Weg machte. Hatten seine ersten Jahre im Westen nicht doch auch eine gewisse Desillusionierung bedeutet?


Sanfte Desillusionierung im Westen

„Ich habe keine großen Erwartungen gehabt. Ich wollte nur weg aus Rumänien und mir selbst eine Chance geben. Am Anfang war ich ein bisschen enttäuscht. Weil ich dachte, es könnte oder sollte leichter gehen. Ich wusste nicht, dass es auch für die Einheimischen nicht einfach ist, viele spielen in Musicals oder Theater oder unterrichten, damit sie sich über Wasser halten können. Ich habe ein paar Jahre gebraucht, das zu verstehen. Als ich 1997 in Köln angefangen habe, habe ich gesehen, dass es auch hier nicht anders ist. Egal, ob in New York oder Rumänien oder Paris oder Wien: Der Jazzmusiker ist einer, der sehr viel investieren muss und oft sehr wenig zurück bekommt. Leute wie Art Farmer, Idris Muhammad, Jim Pepper, Leo Wright, die in Wien gelebt haben, waren hier auch nicht sehr aktiv."

In Köln, wo er schon im Zuge der Duo- und Quartett-Tourneen mit Mal Waldron gastiert hatte, habe sich für ihn, so Simion, vorerst nicht allzu viel geändert. Immerhin konnte er eine fixe Band mit im Ruhrgebiet ansässigen Musikern – Norbert Scholly (Gitarre), Martin Gjakonovski (Bass) und Kruno Levacich (Drums), phasenweise mit Zoltan Lantos (Violine) – formieren. Und mittlerweile ist Simion auch der Überzeugung, dass seine Musik in Deutschland auf größere Resonanz stößt. „Das ist in Nordrhein-Westfalen schon ein eigener Teil der Szene: Leute wie Renaud Garcia-Fons oder Bojan Z sind dort bekannt, Zoltan Lantos ist ab und zu mit seiner Band unterwegs. Charlie Mariano, der auch in Köln wohnt, hat viel in dieser Richtung gemacht. Dusko Goykovich, der jetzt in München lebt, hat jahrelang in Köln gespielt und in den 60er, 70er Jahren oft Balkan-Jazz-Projekte zusammengestellt. In Köln passiert viel um den Stadtgarten und den WDR herum. Der macht viele Studio-Aufnahmen und schneidet bei Festivals mit, die WDR-Bigband ist eine der besten in Europa. Es gibt eine starke Szene, viele Musiker, die kommen und gehen, Amerikaner, Franzosen, Schweizer, Holländer - es herrscht mehr Bewegung. Die Konkurrenz ist größer, aber auch die Chancen, es gibt mehr Geld, aber auch mehr Unterstützung."

Tatsächlich wäre es in Österreich wohl kaum passiert, dass ein Rundfunkunternehmen wie die „Deutsche Welle", das auch als Konzertveranstalter und CD-Produzent in Erscheinung tritt, Simion mit der Erstellung eines Konzert-Programms beauftragte und dieses – live im Stadtgarten aufgenommen – unter dem Signet „Balkan-Jazz" auf CD pressen ließ: Einzige Auflage: Dusko Goykovich, der große alte Mann des europäischen Jazz, kürzlich 70 Jahre alt geworden, sollte mit von der Partie sein. Um ihn und sein eigenes Quartett herum rekrutierte Simion ein siebenköpfiges Ensemble, das auch den indischen Perkussionisten Ramesh Shotam und den zum Zeitpunkt der Aufnahme erst 19-jährigen Schlagzeuger Tom Skinner inkludierte. Mit Rücksicht auf Goykovich fiel das Resultat etwas konventioneller, mainstreamiger aus als man es von Simion gewohnt ist, die Musik folgt stärker den Takt- und Perioden-Schemata als etwa auf „Nick's Night", dem anno 2000 veröffentlichten, grandiosen Trio-Opus, eingespielt mit Bassist Andy McKee und Drummer Billy Kilson. Nichtsdestotrotz ist „Balkan-Jazz" eine gelungene Arbeit: „Ursprünglich wollte ich Musiker und Stücke aus dieser Region zusammen suchen, doch dann verwendete ich primär eigene Kompositionen, die aber auf Volksliedern aus Mazedonien, Griechenland, Bulgarien und der Türkei basieren. „That's the Evening of Santa Claus" ist ein Weihnachtslied, das ich vor einigen Jahren in dem Dorf, in dem ich geboren bin, transkribiert habe." Ob Simion das Etikett „Balkan-Jazz" nie als Zwangsjacke empfunden habe, die seine Bewegungsfreiheit einschränke?


Auf Distanz zur Balkan-Welle

„Es war die Idee des Produzenten, und es passt zu dieser Produktion", so der Saxophonist, der sich jedoch eindeutig gegenüber der aktuellen Balkan-Brass-Band-Welle abgrenzt. „Ich wollte nicht auf dieser Klezmer- oder Wedding-Band-Welle wie Ivo Papasov oder andere aus der Türkei, aus Bulgarien oder dem ehemaligen Jugoslawien reiten, nur damit die Sachen schnell und lustig sind. Das ist keine authentische Gypsy-Musik, Ensembles wie 'Fanfare Ciocarlia', 'Kocani Orkestar' und 'Taraf de Haidouks' sind sehr kommerziell! Fast in jedem Dorf gibt es eine Fanfare oder eine ähnliche Band, und wenn ein Manager das entdeckt, der weiß, dass er damit Geld machen kann, dann fahren die wochen- oder monatelang überall hin und bekommen vielleicht ein paar Hundert Schilling pro Auftritt – was für Rumänien sehr viel Geld ist. Nach zwei, drei Monaten kommen sie vielleicht mit 10.000 Schilling nach Hause und leben ein ganzes Jahr davon. Es ist traurig, dass sich die Leute derart verkaufen, während die Manager 80 oder 90% der Gage kassieren."

Im November war Simion mit einem anderen Großen des osteuropäischen Jazz auf Tour: Im Zuge des Japan-Aufenthalts mit Yuko Gulda im Frühling 2001 war er auf Platten-Raritäten des Pianisten Yancsy Körössy gestoßen, des großen alten Manns des ungarisch-rumänischen Jazz. Wie Simion in Siebenbürgen geboren, war der heute knapp 76-jährige Pianist Anfang der 70er von Willis Conover in die USA vermittelt worden. Statt sich jedoch in New York zu etablieren, zog sich Körössy nach Atlanta zurück, wo er 30 Jahre lang Hotel-Bars und Restaurants beschallte. Bis ihn nun Nicolas Simion aus seinem Dornröschenschlaf weckte.

„Körössy hat in den 50er, 60er Jahren unglaubliche Sachen gemacht, auch mit Folklore. Und obwohl er traditioneller denkt als ich, hat er noch immer etwas zu sagen. In Kronstadt haben wir Balladen im Duo gespielt, das war ein Traum. Lee Konitz war für ein paar Konzerte dabei, wir haben auch eine Studio-Aufnahme gemacht. Lee ist 74 und ein Jahr jünger als Yancsy, weshalb er immer sagte: 'Komm, Opa!'"

Nicolas Simions Weg ist ein langsamer, aber beständiger. Und wo immer es sein wird, man kann guten Mutes sein, dass der Mann mit dem glühenden, kraft- und wärmedurchströmten Ton, den man wie nur wenige Saxophonisten am ersten Ton erkennt, seinen Platz finden wird.


CD-Tipp:
Nicolas Simion Group feat. Dusko Goykovich: Balkan Jazz
(Intuition INT 3339-2; Vertrieb: Edel)

Andreas Felber
Transylvanischer Tanz - Der rumänische Saxophonist Nicolas Simion im Gespräch mit Bernd Hoffmann
NS Ich bin ein osteuropäischer Jazzmusiker und ich denke, man soll die Tradition seines Volkes, seines Landes weiterbringen und durch diese Musiksprache dem Publikum vorstellen. Ein osteuropäischer Jazzmusiker hat hinter sich eine uralte Tradition. Also es gibt Rythmen, es gibt Skalen, es gibt sogenannte Ballando Rubato Musik, das sind diese Balladen, sind diese Tänze, die durch Bartok und Janacek und auch andere Komponisten populär gemacht sind. Also diese Rythmen, die Melodien und die Skalen, diese Intonation, also diese untemporierten Sachen, also wo man - das ist eine Welt die sich ...

BH Dumbravita ist ein kleines Provinzdorf im rumänischen Transylvanien. Hier spielen noch die traditionellen Tanzbands zu Hochzeiten, bei den Dorffesten und an den Feiertagen. Und es erklingen die typischen Musikstücke dieser Region, durch Überlieferung weitergebeben, von Generation zu Generation. Für den rumänischen Saxophonisten Nicolas Simion ist diese Volksmusik Ausgangspunkt seiner musikalischen Ideen, der Melodien, Rythmen und volksliedhaften Themen. Immer wieder haben Jazzmusiker den beachtlichen Fundus dieser Landschaft in ihren Improvisationen vorgestellt. Der ungarische Basist Aladar Pege, der jugoslawische Pianist Bora Rokovic oder die Trompeter Milo Pawlowic und Dusko Goykovich. Nach dem Studium am Bukarester Konservatorium drängt es den jungen Saxophonisten NS in den Westen. 1989 flüchtet er nach Wien.

BH That's Dope - das Quartett des rumänischen Saxophonisten NS in einer Aufnahme vom Mai 1994 mit dem polnischen Trompeter Tomasz Stanko und den amerikanischen Musikern Ed Schuller, Bass und Victor Jones, Schlagzeug. Transylvanian Dance, das ist die Überschrift dieses in Wien entstandenen Albums, das NS den Menschen seiner Heimat Transsylvanien gewidmet hat.

NS Schon als Kind habe ich sehr viel Volksmusik gehört und dann habe ich eines Musikschule besucht und eine Musikakademie und jetzt bin ich wieder zurück zu den Wurzeln sozusagen und mein Wunsch ist, eben so eine Mischung so eine Synthese zwischen diesen zwei Sachen zu machen, wobei diese Erfahrung von der klassischen ernsten Musik ist sehr wichtig und ich versuche zurzeit mehr und mehr diese improvisierte Musik heranzukommen. So habe ich immer wieder Stücke aufgenommen, die völlig frei und völlig improvisiert waren. Ja, die Folklore ist ein sehr wichtiger Teil in meiner Musik, ist nicht nur die rumänische Folklore oder transylvanische, es ist der ganze Balkan, es ist die afrikanische, die indische Musik also alles was halt vom Völker durch diese orale Tradition zu mir kommt.

NS Die Improvisation ist eigentlich etwas ganz Besonderes, da trifft sich der Komponist und der Interpret auf einer Welle. Das wünscht sich der Komponist eigentlich, wenn er ein Stück komponiert hat und ein Interpret braucht, das der sich mit seinen Gedanken mit seiner Philosophie sozusagen sich beschäftigt und die Message, als die Inhalt rüberbringen soll.

BH Der amerikanische Pianist Mal Waldron und NS - Art of the Duo, oder um es mit der Unterzeile des 1998er Albums zu formulieren - die große Rochade. Nicht nur im improvisatorischen Spiel haben sich der bekannte amerikanische Jazzmusiker und der rumänische Saxophonist gefunden. Ausgiebige Schachpartien haben diese Aufnahmen im Kölner Loft begleitet.

NS Mit Mal Waldron habe ich die Gelegenheit seit 1992 zusammen zu spielen. Es war die damalige geplante Tournee mit Jim Pepper und Mal Waldron Quartett. Da haben wir eine Tournee gemacht und es war eigentlich für mich eine große Herausforderung. Dann haben wir angefangen, zu zweit zu spielen immer wieder. Er hat eine Art zu begleiten wie sehr wenige Pianisten. Durch seine reduzierten Mittel, der macht so, daß du gut klingst und es ist für mich immer eine sehr tolle Sache, mit ihm zu spielen.

NS Mit 11 Jahre habe ich mit meinem erstem Studium angefangen, Klarinette und Klavier zu lernen. Das war in Kronstadt - Brasov, das ist in Siebenbürgen in der Nähe von Hermannstadt in den Karparten, also eine sehr schöne Gegend. Da gibt es sehr viele Sachsen, also da die Ungarn, und die Deutschen und die Juden und Zigeuner und die Rumänen, die waren sehr gemischt. Das hört man auch in der Musik, weil manche Dinge sind so fein gemacht, daß man nicht mehr weiß, ist das ein ungarisches Volkslied oder rumänisches oder deutsches oder wie auch immer. Mit 18 war ich fertig und dann bin ich nach Bukarest gekommen, habe ich mich für die Musikakademie entschieden. Und erst nachher so mit 20 habe ich das Saxophon entdeckt, wirklich entdeckt und die Jazzmusik und dann hat es noch zwei, drei Jahre gedauert, bis ich angefangen habe, mit einer Jazzband zu arbeiten, Stücke zu schreiben, zu improvisieren zu lernen und ein paar Konzerte in Cluj und in Festivals zu spielen. So ich habe sozusagen ziemlich spät angefangen, also mit 20, 21. Aber dadurch habe ich die Basis von der klassischen Musik und das hat mir sehr viel geholfen. Harmonielehre, Kontrapunkt, ein bißchen Analyse. Ich habe nebenbei auch eine Ausbildung als Dirigent gemacht, 4 Jahre, und privat Komposition unterrichtet, usw. - so ein echter Jazzmusiker.

BH Für das slowakische Volkslied wählt NS hier die Bassklarinette. Diese Aufnahme, 1998 in Köln entstanden, ist ein bewußter Rückgriff auf Elemente volksmusikalischen Improvisierens. Dabei treten harmonische Wendungen völlig in den Hintergrund. Hier gilt das Prinzip der Variation.

NS In den Jahren 1979, 1980 bin ich in Bukarest gewesen und habe ich mein Studium an der Akademie angefangen. Da habe ich mich das erste Mal mit der Jazzszene beschäftigt, geschaut, wer wo spielt, welche Art von Musik wie auch immer. Ich hab mir ein Saxophon gekauft und autoditaktisch angefangen zu lernen und 84 oder 85 habe ich dann meine erste Gruppe zusammen gebracht. Es war Klavier, E-Baß, Schlagzeug und Saxophon. Da habe ich angefangen, meine ersten Stücke zu komponieren. Selbstverständlich waren sie Mainstream-orientiert. Es waren sehr viele Blues-Stücke, manche Balladen, ab und zu habe ich z.B. ein Stück von Wayne Shorter gehört. Es hat mir so gut gefallen, daß ich etwas ähnliches komponiert habe. Es war eine Art von Sprache zu finden. Ich war auf der Suche. Es hat ziemlich lange gedauert. Dann 87/88 haben wir ziemlich viele Konzerte in Rumänien gespielt. Dann kommt eine Einladung nach Warschau - Jazz Jamboree - und von Warschau habe ich versucht, nach Wien zu kommen. Nach 2 Monaten durch einen Aufenthalt in Budapest habe ich das endlich geschafft in Wien am Westbahnhof anzukommen mit einem Saxophon und einem Koffer mit 10,- Mark in meiner Tasche.

BH Blues for Bird - NS und die amerikanischen Musiker Grahams Haynes, Cornett, Lonnie Plaxico, Bass und Ronnie Barrage, Schlagzeug. In dieser Wiener Aufnahme des Jahres 1991 mischen sich bereits erste Erfahrungen des Westens mit den traditionellen Elementen. Die Album-Überschrift "Black Sea" zitiert den Titel eines rumänischen Volksliedes, das der ungarische Komponist Bela Bartok in seiner Sammlung dokumentiert hat. Nicolas Komposition "Mr. McCoy", gewidmet dem amerikanischen Pianisten McCoy Tyner benutzt zwar eine ostinate Formel aus Bartoks Material. Der Saxophonist assoziiert sie aber eher mit eher mit einem Riff von Fredy Hubbard. Im eben gehörten "Blues for Bird", eine Widmung an Charlie Parker übernahm Simion eine Melodiephrase, die Red Mitchell während eines wiener Konzertes vorgetragen hat. Vier Jahre später entsteht in der österr. Hauptstadt Viaggio Imaginario, wieder mit Tomasz Stanko und dem Posaunisten Christian Muthspiel, Ed Schuller, Baß und Peter Perfido, Schlagzeug.

NS In Wien, die Szene war viel geschlossener, da gab es ein paar Möglichkeiten, sehr wenig Geld und bis ich dann die Sprache gelernt habe, bis ich ein paar Kontakte aufgenommen habe, es hat lange gedauert. Und bin ich dort bis eigentlich Ende 98, es war manchmal sehr schwierig. Ich war verzweifelt. ich wußte nicht, ob ich, was ich mache, gut ist und das und jenes. Es war so wie eine eigene Therapie. Also durch die Musik habe ich meine Gedanken, meine Probleme rausgebracht und die osteuropäische Szene in Wien ist ziemlich klein. Also komischer Weise Ungarn gibt es nur ein paar Musiker. Alada Pege hat früher in den 70er sehr viel gemacht. Aber sonst gab es praktisch keine osteuropäische Szene in Wien.

BH Im vergangenen Jahr erhielt NS den Kompositionsauftrag des österr. Rundfunks. Bei den Tagen der Neuen Musik wurde diese 7-sätzige Suite uraufgeführt. Der Saxophonist verband in dieser religiösen Komposition alte byzanthinische Gesänge und Lieder der orthodoxen Kirche. Der eben verklungene 7. Satz, Glas 8, basiert auf einem rumänischen Kirchenlied.

NS Es ist nicht leicht, von einer Phase zu einer anderen Phase zu geben. Ich habe angefangen, meine ersten Aufnahmen so wie Tribute, es gibt Stücke den Charlie Parker, den McCoy Tyner, den Leo Wright, den Red Mitchell, Bill Evans, usw. gewidmet. Dann habe ich versucht so mit 2. CD - Dinner für Don Carlos - ein bißchen auf die Ornett Coleman Schule zu gehen. Dann habe ich mehr und mehr Stücke komponiert oder arrangiert, die sehr viel auf der Volksmusik basieren. Gleichzeitíg habe ich auch so abstrakte Stücke oder sogar ganz ganz improvisierte Stücke aufgenommen. Ich meine, die Palette ist ziemlich breit. Inzwischen habe ich angefangen, ein bißchen Kammermusik zu komponieren. Ich hab ein Ballet aufgeführt 1996 in der Steiermark mit drei Tänzer und dem Bratislava Rundfunkorchester und einer Jazz Combo. Diese Jahr im Februar in Wien habe ich eine Uraufführung von einem 35-minutigem Stück für das Ensemble "Die Reihe" und einer Jazzcombo, die sich auf Kirchenlieder basiert. Ich versuche mich, weiter zu entwickeln. Diese Volksmusikelement ist sehr wichtig, aber ist nicht das einzige.

NS Ich versuche immer, etwas Neues zu entdecken, etwas Neues zu machen. Es kommt darauf an, welche Musiker dabei sind, mit welchen Künstler man zu tun hat. Ob die mehr für diese traditionellen Ideen zu Hause sind oder mehr freie Musiker. Wichtig ist, daß eine Kommunikation, ein Interplay, auf der Bühne statt findet. Manchmal hört man sehr gute Musiker, aber leider die zwei Sachen binden sich nicht sehr. Die Musik, die sie spielen, paßt manchmal nicht so ganz. Also wenn der Bandleader unklar ist, wohin der will, dann können die Sidemen eigentlich auch nicht sehr viel helfen. Für mich ist der Jazzmusiker einer, der ein sehr guter Interpret ist, einer der ein guter Komponist und einer, der wirklich Bandleader ist, also der weiß, was von jedem am besten heraus zu bringen ist.

BH Das waren die Jazz Facts im Deutschlandfunk - Transylvanischer Tanz - der rumäniche Saxophonist und Komponist NS im Gespräch mit Bernd Hoffmann.

NS Ich versuche, meine Stimme zu finden und ich denke gar nicht, ich brauche niemand kopieren oder niemand nach zu machen. Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich durch meine Sprache, etwas zu sagen. Das war für mich vielleicht schwieriger am Anfang, meine Stimme zu finden und ich war immer ehrlich und ich habe gesagt, ich spiele, wie ich spiele, das bin ich und Schluß.

Deutschlandfunk JAZZ FACTS
Interview with Nicolas Simion
Via e-mail From Cologne Germany – December 11, 2005

Cadence: “The first time I heard your playing, it was on the TUTU release “Black Sea” (TUTU #888-134). I was surprised that a musician from Transylvania (Romania) would so aptly demonstrate many of the staples of jazz modernism on that debut recording. Please comment.”

N.S.: Well, it was indeed my first recording date in Vienna (the “wild west”) as a bandleader. I remember listening to a gig in Vienna, April 1991 featuring Lonnie Plaxico, Ronnie Burrage and Graham Haynes. They were touring with the Austrian trombonist, Paul Zauner, and the music was pretty wild: some Roland Kirk tunes, a few standards and some free tunes. Anyway, I was just about ripe enough for a real rhythm section at that time! I had just finished a gig with some Austrian friends in the Viennese club, “Opus One,” which we recorded, and the result was okay – but not good enough, I thought. But when I heard that band, I knew that’s what I had actually been looking for!

It was my instinct that told me what to do…and I always follow it… I think it’s much stronger than my rational part –not that I am so stupid, maybe not… (ha, ha, ha!) But I just let the wild monkey inside me tell me what to do, and it is usually the best thing!

It was also pretty crazy for me, because I never played with these cats, and beside that—all the tunes were mine. I don’t know if I would be ready to play with them! You can maybe imagine how it was… I was coming directly from Romania (January 1989, escaping actually in October 1988 from the bullshit Communist system), where I had a group and played once in awhile but the level was modest, and I was always looking to meet some world-class players—some real cats! It was like being in heaven for a few hours… It was also an exam for me, forcing me to take a “giant step” forward, just trying to play the music natural and relaxed—as it should be! Of course, there was some stress for me, but all in all it came out wonderful in the end!

I have to say that they were pretty nice and accommodating…trying to understand what it was I was looking for and supporting me! I have to say one more time, “thank you again, you guys”! it was my first date and we did it in one afternoon, in like five or six hours in a studio in Vienna.

Now about the repertoire: I had played those tunes before, and I kind of like the structure of a group without a chordal instrument. I was fascinated with Ornette at that time. Even though the tunes were more mainstream and bebop oriented, and I wanted to “open them.”

I was going for abstract truth! Of course my heroes—Pres, Bird, Trane, Ornette, Sonny, Joe Henderson, Dewey Redman, Wayne Shorter, Clifford Jordan and many others were there in my mind.

I remember the tragic situation of Leo Wright, who was on his way to the doctor and fell asleep in the tram and it was….forever! so I wrote a ballad that sounded pretty dark, being inspired on one hand by “Lonely Woman” by Ornette, and on the other hand, having a folk touch, being inspired by those unknown folk players from the Banat area of Romania, who are amazing musicians. At that session I played for the first time some “quotations” of folklore patterns.

And it was great! After “Song for Leo” we recorded “Solomon,” and Lonnie did an intro…hey man, he was right there taking the mood from “Song for Leo” and expanding it into the next song—really amazing! So a lot of things were going on in my musical universe that I was looking to put into the music, and I think it came out pretty good! Not to forget my love and respect for Bela Bartok, who I had discovered as a musicologist and folklorist at that time, and from whom I learned thousands of folk songs! I am still amazed at how much love he put into those tiny songs, collecting and transcribing them and letting us know how the folk (traditional) music of that time was sounding! For him it was the real thing…listening to some simple people who were singing or playing from the bottom of their hearts! And that is it, actually; you cannot just play your horn even if you have a relative mastery over your instrument. You have to say something more, tell a story, put your feelings and yourself into the music, or at least in between the notes (as Ornette once said)! So I selected seven songs to cover different moods—fast, slow, medium tempos, a ballad, modal things like in “Africa,” “Solomon” and “Black Sea,” having rhythm changes on “Red” and a “Blues for Bird” in there. So for me it was like paying my dues to the great jazz tradition. It was a great interplay and the musicians just took my ideas and my wishes and interpreted them in their own way! Graham is a strong chromatic player. You can still hear his experiences with Steve Coleman and ”Five Elements.” Lonnie, a great bass man, is making the music sound so fresh and harmonic. And Ronnie, a very fine drummer, could play all those hip grooves and rhythms in a very creative way. A real strong rhythm section!

“I have also to say ‘thank you’ to Peter Weissmueller of TUTU Records for producing the “Black Sea” CD and giving me the chance to say something in my own way. It was actually also my first project as a producer. In between I was learning a lot by doing…every time look for better results, for more concentration into the music, for the essence! Where am I …after 25 years of experience? Probably in the middle of the song---just taking the bridge.”

Cadence: “I gather that despite the repressive era in which you grew up in Romania, you still managed often times to hear some modernistic jazz?”

N.S.: It was not easy! When I started to get into the scene in Bucharest I knew nothing about jazz at all! There were just a few musicians and some fans, all in all let’s say…less than 100 people in all of Bucharest who met sometimes and were really interested in the music. I didn’t know much about music and what modern jazz was like---free jazz! I mean, everything was “outside”—free. But for a young person who did not know anything about the history of jazz, modern jazz was just---crazy shit! I just knew a few names, like Satchmo, Charlie Parker, Ellington, Coltrane and Miles.

“Slowly I got hold of some recordings and got some orientation of who was who. And who did what. Here I want to say that I was learning a lot from Mr. Mihai Berindei, a beautiful person, a real jazz aficionado and amateur musician. He was actually a sound engineer at the state broadcasting corporation and sometimes he was recording also for Electrecord, the state record company, a monopoly!

“He had a bunch of tapes from the American Library in Bucharest---records, books, music, etc. he played piano, trombone, trumpet, the saxes---almost every instrument, a real talent! And he loved Dixieland and swing, coming musically from the pre-Parker be-bop era! Both of his sons played alto sax and bari!

“Stefan Berindei, a fine alto and soprano player, was very active during the late 60’s and the 70’s in Romania. In 1975 he left for Germany and started to work as an engineer yet still remain active, playing as a hobby. In Bucharest he played with the best people at that time, who were just a few… I will name guys like Jancsy Korossy, great piano player! He was maybe the greatest improviser we ever had. He is still alive, almost 80 years old, and is still swinging his ass off. He lived for more that 30 years in Atlanta. We did a few concerts and a few recordings a few years ago. We had a duo recording (“Live in Transylvania”), a great recording (“Sweet Home”) and a quintet with Lee Koniz as guest (“Live in Graz”). All of them were live recordings. Richard Oschanitzky was another genius—a composer, arranger and keyboard player, who played organ and vibraphone in addition to piano. He wrote chamber music, orchestral pieces, sonatas, vocal music, an oratorio, film music, and one great double concert for piano, tenor sax, orchestra and big band. He wrote that particular piece in 1969 and recorded it with tenor saxman Dan Mandrila in Leipzig.

I was the first player who ever played the masterpiece live, in November and December 2004 in Iasi, Bucharest and Brasov, with his brother, Peter Oschanitzky, conducting. It is a really great work—amazing music!

There were also some other player like Dan Mandrila (sax), Marius Popp (piano), Johnny Raducanu (bass), Eugen Gondi (drums); Nicu Farcas (tb), Alex Imre (cl, alto), Aura Urziceanu (voc). Just a few Romanian records were on the market, a short series of jazz history and some combo records, trio, quartets, etc.

Also, I heard by accident some groups and a bit of live music in some restaurants and hotels, where the first set consisted of a more jazzy repertoire, but it was more like bossa novas (Latin tunes) and some easy jazzy dance tunes—swing, Broadway songs and be-bop tunes. “The only time I heard anything new was on the radio shows. And I think the show, “The Voice of America” and “Radio-free Europe.” These were the only up-to-date sources from which we could get some information about many things but also about music. Mr. Willis Cannover did a real great job there. He seemed like a typical American guy, a friendly and charming cat, and the music he played on the air was burning. Some Romanian musicians had some friends aboard, and they got tapes or records, but usually we could not find modern jazz recordings on the market, except maybe a few Polish groups, an occasional Cuban, and some Eastern European musicians from Hungary, Czechoslovakia, Bulgaria, Russia, the DDR, etc.

Very few people could travel outside the country. Sometimes they got some work in the restaurants or hotels aboard, and they brought some new stuff—but they were not really jazz musicians, they just played dance music and café concerts. Of course, when some big acts took place, like the “Friendship Ambassadors” with American musicians, the halls were full because the music was hip. And the idea of freedom—from that music—was something that we were all looking for, and the atmosphere was great, a lot of energy in the air.

I heard some people talking years later about some concerts in the late 60’s and 70’s in Bucharest with Louis Armstrong, Duke Ellington with Ella, Mingus, Monk, Gerry Mulligan, Dizzy, Charles Lloyd, Art Farmer and Slide Hampton, etc. Actually, I cannot say that I suffered in Romania from the stupid communist because I was watching, listening to or playing jazz music. It was more that the isolation was so strong, that we were like on an island…in the middle of nowhere!

Sometimes I felt like it was the big prison. We could live free, but they had us under control. You never knew with whom you were talking. It was enough to have an enemy who would just say that you were mocking or you told some jokes about the regime or about Ceausescu—then you could have serious problems immediately—really stupid! I mean, all those mother-fuckers are still there. They made the big money and are corrupt. They sold almost everything Ceausescu left behind him. Banks, hotels, factories, all they could get. I mean, the Communist Party and the security people—they are now the business cats of today—millionaires! Unfortunately, it is a disaster. But I don’t know of any jazz musician who got rich …yet!

The way the societies are developing is so strange—and so fucked up! it is not only Romania and the Eastern countries. Looking at what has happened today, it is terrible—a bunch of liars and terrorists. And the thing is who really are the terrorists? Can you tell me? Politics is a bitch anyway! And all the politicians are idiots—getting the power and making wars. Is that right or what? Lets do more music and try to make people happy, let them smile and enjoy their lives. What they used to say in the late 60’s, “Make Love Not War”!!! it is as pertinent as ever nowadays.

So, somehow, I was like a young explorer—looking for my own way through the jungle. As you can see, I was and still am a rebel. It was more “learning by doing” than really studying with somebody, or imitating something. Of course, all I knew about classical music and my experiences in Romanian folk music helped me. But how to swing and how to improvise, or how to write tunes was more an autodidactic thing, and I am very fortunate to have found my own voice and to have developed a personal language, I would say, if I am not being too immodest! “What I can say is that when I am playing my music, it is like getting high…and getting to those places out there. There is no better place for me. That’s the real love and I am happy that I am still learning all the time! I love people and playing music is the best thing I can do for them.

Cadence: What if any commonalities do you find in the folk music of the Balkans and Jazz?

N.S.: Well, I think there are some commonalities. First of all, the strong rhythm feel, the simple melodies, the modal way of comping….the scales and the way the folk music has been developed. From the spoken tradition (instrumental and vocal) and it is always a bit improvised! Every interpreter (musician) has his own way of playing the same repertoire, so you can say that they are also jazz musicians. They are grooving, improvising, composing.. and being themselves…..they are having a lot of fun, whether playing dance music or playing for some different occasions like weddings, mourning songs/funeral, love songs or dances for all kind of festivities!

Cadence: Ed Schuller has been such a constant presence on a number of your recordings…….. Please comment?

N.S.: Yes, Edi was and still is one of my friends and we have had a lot of fun playing together. We did a few tours and recordings with the late Mal Waldron Quartet (with Victor Jones on drums) for Tutu Records, too. We met in December 1991 when I first recorded “Dinner for Don Carlos” with him, Patrice Heral and Tomasz Stanko in Vienna.

It was a funny night session, because during the day, the studio was busy and we could only record after 9 o’clock in the evening! So we did it and it was really great – a short session of only 5-6 hours! Edi is a very fine musician, very creative. You don’t need to tell him what to do, but if you want a special thing, he will get it, even if you want it to be complicated and “ugly”!

He has a lot of respect for the leader and his music. He always tries to be an “organic” part of the music, staying on the spot. He likes to sing during his solos. Some people like that, some do not. I kind of like it. He is a bit a “rock guy” because he likes to groove and slap his bass…he likes to hang and…have a joint when the mood is right…as we all do.

We also recorded “Transylvanian Dance” (with Victor Jones on drums and Tomasz Stanko on trumpet), “Viaggio Immaginario” (with Stanko, Peter Perfido (drums), Jamey Haddad (percussion), Christian Muthspiel (trombone), “Oriental Gates” (with Victor Jones on drums and Mircea Tiberian from Romania on piano)”. “Luca’s Dream” with Patrice Heral and Victor Jones on drums, each played half of the session.

Cadence: Did meeting some of the American ex-patriots have an influence on your playing?

N.S.: Absolutely! I first met Art Farmer in Vienna, who I like very much. He was a real gentleman and a very fine musician, a great leader. I started to take some lessons with him…just bringing him some recordings I did and some compositions. Talking about forms and arrangements, about music, actually, he had great taste

Then I met Idris Muhammad with whom I played with once in a while. A strong drummer and a groovy guy! I first understood what it means to play a duo – sax and drums – and to keep the high energy.

I also met Leo Wright; unfortunately, he had some health problems at that time and was not able to play at his peak as before, but he was also a sweet cat, always laughing and always having fun! Jim Pepper was also in Vienna for a while! I even met and played together with him! The first time we got a gig, for me it was like “hearing him” through my soloing. He had a great sound blowing you right away! I like his music and voice. Sometimes it was kind of “easy listening”. The native Indian folk song was a great thing, people used to sing with him…”whichi tai to” and some other of his other hits!

In 1998 Edi and his father, Gunther Schuller (arranger & conductor), did a great recording called “The Music of Jim Pepper” with the WDR Radio Orchestra and Kirk Lightsey (p), George Schuller (dr), Bill Bickford (g) and me on saxes.

Later, I met Mal Waldron, with whom I played for a few years in quartet and duo. And we went to Transylvania in 1998 for a festival in trio with the great vocalist Jeanne Lee! From Mal I learnt how to be relaxed and how to keep the groove, to “stay in the pocket”… his music was pretty simple but very strong and very powerful! We used to play chess during our trips, he was a great human being, a great musician. He liked to play Monk’s music, too. He use to play a lot of “pedals”, having a tonal center and moving around.

Lately I met Charlie Mariano and Lee Konitz, who both also live in Cologne! We played together in different projects. Lee is a very sensitive musician! He doesn’t like the “money notes” or the “Shmaltzy sounds”…. He is a cool man. He likes the dialogue, the interplay in the music.

We did 3 or 4 recordings together and the last one was really great, playing some of his tunes, some of mine and a Tristano piece, “375 Street” – a real great arrangement he recorded with Lennie Tristano and Waren Marsh in the 50’s! it was a great opportunity to play and learn from all these cats, just being around them and listening to their music was the best school for me!

Cadence: Please talk about Mihai Berindei and his importance to Romanian music?

N.S.: “Onkel Mihai”, as we use to call him, was a nice person who was ready to help all the young people who were interested in jazz music, I would say that he was my first teacher, the first person who really helped me to get some orientation about jazz music. He gave me tapes, music transcriptions. He was jammin with us almost every Sunday morning. So instead of going to church on Sunday morning we (just a few young enthusiasts) went to Onkel Mihai, listened to some rare recordings, talked about jazz and improvisation, jazz history and of course, we played.

All that happened in his apartment, where he had all kinds of instruments: and upright piano, saxes, trombone, trumpet, guitar, books, scores, music, records, tapes that was his music room!

He did a lot for the Romanian jazz community: organizing concerts, making jazz auditions almost every week (playing records and talking about jazz history, doing kind of lessons about improvisation, music styles, and also doing portraits of all great jazz musicians, playing their music (recordings, or special compositions). Sometimes he came with many different version of the same tune…just comparing all those great interpreters. Then he did a bunch of recordings, as a sound engineer and an actual producer. There are a few records on national “Electrecord Company” with the jazz history! Also, he did a lot of radio broadcasting shows with American and European jazz. He helped to organize the first jazz festivals in Romania in Ploiesti in 1969 and a few years later in Sibiu, which is lately the one and only international jazz festival in the country! Everybody in jazz scene knew him, met him here and there.

Cadence: Your classical background is quite extensive including conducting studies. What would your life have been like if you had opted for a classical career in Romania?

N.S.: I think it would be a little disaster. Not because I would resist playing classical music, but because when you are a young musician and you dream you are going to make great music (even your own) and you are confronted with an institution, let’s say an orchestra, in a corrupt scene where almost all the connections were like, “the son of Mr. X, the daughter of the Y”, then you see how hard it is to do great interpretations and to be yourself, you cannot do much ! I knew what I was looking for, and thought in jazz music I found the right direction for myself.

Except for a few great talents who left the country over the decades, and had success (conductors, composers, singers) just a few did something really great inside Romania! I mean all the players were at one point a bit limited, so you cannot hear differently and play differently. Either you stay there and your suffer, or you go somewhere else and fight with the big lions to get recognition from the top players and record companies, journalists, etc! Now things are getting better, let’s just see what’s going next !

Cadence: Prior to the TUTU recordings – you had a successful jazz band in the form of “Opus 4” – please delve into that part of your career…..

N.S.: This was my very first band, and I have had a ball composing music for it and arranging a few gigs and playing in some funny places. We started in 1985 in Bucharest, where I was living after I finished at the music conservatory in 1983. It was a great experience, learning by doing. At that time I started to make compositions (with Mr. Nicolae Coman) and orchestra conduction (with Mr. Constantin Bugeanu) private lessons, and everything came together! I knew I needed to be active and put a lot of energy myself and even convince some other musicians to come on that trip with me! I started with Puiu Pascu on piano (a really great talent), Virgil Popescu on e-bass (who is now one of the very successful pop composers in Romania) and Titi Herescu on drums (a very quick drummer). After one year I met Mircea Tiberian (piano) who moved back to Bucharest from Timisoara, and we started to play together with a new rhythm section. Catalin Rotaru was on bass (still a student at that time) and Eugen Nichiteanu on drums (also a great talent), later Billy Bontas (who lives in Germany now)! Two years later in 1987, we invited the greatest sax players in the country, Mr. Dan Mandrila, to join us and he did. For me it was a giant step, because I was learning a lot playing with him. I was too shy to play tenor beside him because I knew I was not ready yet, but I played soprano, bass clarinet and even flute or baritone sax.

In 1988 we were the best band in the country and played a lot (for the Romanian scene). We even started to get some invitations and play abroad. We played five days a week in a kind of hotel lobby, what they called a jazz club, at the “Hotel Nord” ..the only club in the country! Just because the owner was a jazz fan, he helped us to play there and have some guests, do some sessions once in awhile, etc. at that time I started to see and hear something else: I knew that I needed to play with some real cats and share the music stand with them, doing better music, going deeper inside the music and myself. Around that time I met Randy Brecker, who played with his band in Romania, Albert Mangelsdorf, Heinz Sauer and Bob Degen, Aldo Romano, Philipp Catherine, and some other cats who came to Romania to play.

When Kaszimier Jonkisz from Warsaw (who played n the Sibiu Festival 1988) invited me to play with his band in the Jazz Jamboree Festival, I never came back until I got my Austrian citizenship in 1995. it was hard to escape at that time, but after more than 2 months, being in Warsaw and Budapest, I arrived in Vienna with one bag my instruments and 10 Deutschemarks in my pocket! So, “Opus 4” was a good start, and I still play once in awhile with those musicians, having fun and remembering those funny days!

Cadence: You are such a prolific composer? How, do you write music? There is a sizeable amount of recordings that you have made, which were never widely distributed-please comment?

N.S.: Well, I don’t know…I would do much more writing, but who is paying me for that?…ha…ha..! No, from an early age I had dreamed that I could write my own thoughts and feelings. This was my dream and I am still working on it. I was lucky to get into music and it was my darling mother who sang for us children and gave me the chance to start studying at the Brasov School of Music at the age of eleven. Later, I got the feeling of putting all those beautiful and sorrowful vibes into the music…between the notes… between the lines…. For some reason, it is like an island for me, another world, where I still can dream and get out every and any time. I can be like an alien, if I can say that! Maybe it sounds strange, but sometimes, I feel like that.

How do I write music…? It is always different. Sometimes when I am walking and whistling something suddenly, I get a line, a tiny melody, and I will notate it and later work on it. Other times, I may be sitting at the piano and playing some music, getting inspired, and go from that mood. Also, when I am listening to some great recordings, nice and sophisticated pieces, I try to get the same feeling at that particular tune. I have to say that (like everybody) I have my favorite composers. If I have to write all their names it will be too much. But just a few of the composer I like are Gesualdo, Bach, Schubert, Wagner, Brahms, Mussorgsky, Debussy, Ravel, Scriabin, Bartok, Stravinsky, Enescu, Berg, Ligeti, Gershwin, Strayhorn, Monk, Bill Evans, Ornette, Shorter, Trane, Oschanitzky, Nicolae Coman, Sabin Pautza, etc. All the traditional folk music from all over the world…. those great unknown players, singers and composers who put their feelings into the wild and true music they did.

Now, I was looking for a combination and to do a synthesis of the Romanin traditional music with the “modern music” experience and the jazz feeling. How much and where I was more or less inspired, doing that is another question. Sometimes I think it is not me who is writing the music, it is somebody else telling me what and how to do it. Maybe Jesus, maybe that cosmic energy, maybe Buddha, maybe you! I am not at the desk every day and making “exercises” even though that could help maybe. I keep trying all kind of pieces. I need more time to go deep into something. I do not write “background” music either or “supermarket” noise, easy-listening shit! I am going for something more, something that will maybe move somebody else, giving a thrill as it thrills me when I am writing or playing it.

Now regarding the distribution of the CD’s: That’s another part of the music business, actually of the record companies. Because almost all the record companies where I did recordings for are small labels. They don’t have the money to do a lot of promotion and also, they don’t have “big names” in their catalog. So the distributors may take some of the new releases, keep them for a few months on their list and then they will disappear forever. You can maybe, order it direct from the company or from the artist through the internet.

That may be normal, because there are so many CD’s coming out every week. So there is no place and no time to keep them too long. I will just name a few rarities of my CD’s like:

• “Luca’s Dream” on GM Recordings (USA) produced by Gunther Schuller,

• “The Big Rochade” (in duo with the great Mal Waldron) on Tutu Records (Germany)

• “Nick at Night” (in trio with Andy McKee on bass and Bill Kilson on drums) on PAO Records (Austria)

• “Live in Graz” featuring Lee Konitz and Jancsy Korossy on piano on ORF (Austria)

• “Live in Transylvania” in duo with the Great Jancsy Korossy on “Portik Jazz” (Pannon Jazz in Hungary)

• “Balkan Jazz” feat. Dusko Gojkovich on trumpet on “Intuition Records”(Germany)

• “The Wild Dogs” and “Live in Berlin” on my own label in Romania (7 Dreams Records”, etc.)

Time will tell, what will remain at the end. But they will sure say, he comes from a strong tradition. Whether it is folk music or jazz or whatever, comes and goes, he was here. Where is he now?

Cadence: The city of Vienna was a pivotal place for you musically. Please talk about your relationship wit Vienna?

N.S.: Yes indeed, I like the town and the music and the people there! Sure Vienna is first known as “the city of music”. Everybody wants to go and play there and get the feeling of that great Viennese classical music. For me it was clear from the very beginning that there would be no chance with classical music. But I thought my chances would be better with jazz music. It took me awhile until I met and played with the right musicians and I still keep in touch with some of them. As we all know, every scene has some “cliques”. Where you are not going to get in so easy. Why and how? That’s the big question. But it’s the same everywhere. It is still as before, nothing changed, you have to decide if you stay with the local scene and get small gigs. Or if you risk waiting for the big acts, if they will ever come. So you have to take the risk.

People like Art Farmer, Idris Muhammad, Jim Pepper and many others have had to get their own projects and groups going on because they didn’t really get invited to play much with some local musician, and I though wow! If they are not really into that scene, what I am looking for. To get a teaching job or what? No, it is hard everywhere but I am proud I did my best and I had made some beautiful projects and recordings in Vienna until 1998. Even later when I came back to Austria for some concerts like in February 1999 when I got the chance to play and record “Canzoniere Sacrale”, a commissioned composition or “Auftragskomposition” from the ORF (national radio) for the “Zeit-Ton Festival”. It was Mr. Giselher Smekal, at that time the head of the jazz section program, who gave me a chance to compose that piece, for small orchestra and jazz combo. And later I did some live recordings in Graz (November 2001) with Lee Konitz, or the jazz club Porgy & Bess (2002/3) with some other musicians, etc.

So, I started to re-discover the second Viennese school, Schonberg, Berg, Webern etc. I was listening to some great “opera house” shows and “Wiener Philarmoniker” concerts, and to some contemporary concerts at “Wien Modern” Festival. I played with some great Austrian musicians and I always have had my projects and also played my music in town and was jamming all over the place. So, at the end I am glad I was there for a few years and I still do have my best friends there. It is great, I love them and I cannot forget to mention that I got my Austrian citizenship in 1995. I got financial support for some projects and could travel all over since 1995. As they say, “Vienna is different” and it really is. I like it!

Cadence: One of the more interesting footnotes in your career is a duo performance with fellow saxophonist Archie Shepp for television in December of 2000. Can you talk about that gig.

N.S.: It was a funny story with Archie. As I said before, I started as a kid at the Brasov school of music, then at the same college and latter the Conservatory in Bucharest etc. So, in Brasov there has been a small jazz festival since 1981, lately with one or two jazz groups from abroad for a few years. So, in the last couple of years, I was invited there with my band and we went with some guest like Charlie Mariano on alto sax (1999), Lee Konitz (2001) etc.

For 2000, I had the chance to present my work “Canzoniere Sacrale” for symphony orchestra and jazz combo, where I was also conducting and playing my horns. A mixed piece of church music and contemporary jazz! I made the contact between the organizer and Archie, who I met a few times in Austria and Germany and everything went pretty smoothly until one day before the festival. When they were supposed to fly from Paris to Bucharest. It was a Saturday and at the airport, No Archie! Nobody from his band! I called him and figured out that he had a gig on Friday somewhere north of France, and they missed the morning plane from Paris.

Now, because Archie wanted to fly business class, he could change the ticket, but his band members could not, so what could I do? I just asked him to come alone, and we will figure it out later. Looked for a solution! I met him in the afternoon at the airport, we had a drive to Brasov, through the Carpathians Mountains, a nice area, Sinaia, Predeal….. etc. We got in around 6-7 o’clock in Poiana Brasov at the hotel a very nice sky area mountains all around, winter snow. Of course, he didn’t like the room, because he didn’t have a “bathtub”, so we changed to another hotel and he got that, but because after the concert we went to a restaurant and there was a session, we came back to the hotel at like 4 or 5 O’clock in the morning and at 8 he had to go to the airport. So, no time for laying back in the bathtub.

So we decided to play in duo because it was not a real good rhythm section on that day. We chose some standards and some Monk and Ellington tunes; one or two of his easy and simple songs, some freely improvised tunes, etc. We started with two tenors, then he was comping for me on the piano, then I was comping for him on the piano, back to two tenors and we made it. Actually, the beginning was a bit hard. But after 2-3 tunes everything went just great, relaxed and great playing!

I think he was afraid a bit because of that funny situation with the band not coming along because he didn’t know anybody except me in Romania, and maybe he thought about Dracula who lived around that area (there is still a castle in Bran) and I guess Archie remembered some movie scene with Dracula. So here we were, playing in Dracula’s land and the people were screaming, “come on Archie, we want to see some blood”. No, it was just a joke! We had big fun and the fairy tale will move that story around in a couple of years, saying something like, “Archie was there and met Dracula’s nephew, Nicolas Simion” ha….ha….ha!

Cadence: Certainly one of the gems of your recordings is “Nicolas Simion Group LIVE” (ORF #CD 295) the date that features Lee Konitz. What was it like to work with Konitz?

N.S: This was a great concert! I met Lee in Cologne, where he still has an apartment. I saw him once in awhile playing with some great people and I was thinking, why not do something with that great master? We were planning to go to Romania in 1999 for the festival in Brasov, but it took us another two years to really do it. So, I invited the 77 year old Jancsy Korossy (the greatest Romanian piano player who left the country in 1969) from Atlanta and we did a tour before we invited Lee to join us.

We played a concert in the club “”Loft” in Cologne and in the afternoon we recorded our program and Lee went for a few tunes and played with us. The same evening we took a train to Graz to play at “Stockwerk”, where the concert was broadcast by ORF. It was just fun, having the two masters with us, Peter Perfido on drums, James Singleton (a great guy from New Orleans on bass) and me.

We had a mixed program, some of Lee’s tunes, some of mine and some standards. And it was a big success there, jamming with Lee and Jancsy. There were a lot of students and the house was burning. Two years later ORF just released that recording and I have to say a big “thank you” to Otmar Klammer, the club owner from Graz, and especially to Mr. Herbert Uhlir, the head of the radio jazz department, who is a big jazz fan and friend of mine, “Hut ab” Herbert!

Playing with Lee was a real challenge, because he is very sensitive and he always likes to do good music, and not just jam and play for the money. So we were playing around him, supporting and really listening to what he played. And what he was looking for, which was being pretty interactive musically. It was a great lesson, just playing acoustic, no monitors, no hot chops and patterns etc., just music. Jancsy also, had a great night he was very appreciated by Lee, us and the audience. We also, went with Lee, actually last year, September 2004, into the studio here in Cologne and we did again some of his music and mine.

I like and respect him. He is one of the great masters, who really made a tradition of (a commitment to) being himself and keeping a high level in everything he played and recorded. Thank you Lee, you really inspire us all.

Cadence: You have a couple of recordings which explore more of your bop/hard-bop roots. One of these releases is a duet with pianist Yancy Korossy “Live In Transylvania” Portik Jazz “PR-01”.

N.S.: Yes it’s true! You do not always have the chance to record for big labels, but also, these small labels and young producers are helping a lot of musicians just to put out their music, and that’s great! Playing with Jancsy was a real dream. He was and still is a legend in Romania and in general he was very well known in Eastern Europe in the 50’s until the end of the 60’s. A great talent, a hard worker, practicing for hours every day and he’s done that for more than 70 years. His playing became more like singing, every note is a little pearl. His comping is like chamber music, counterpoint, impressionistic music, waves, orchestral sounds…..birds….everything.. A real inspiration for me since I first heard the recordings he did in Romania in the 60’s also, a bit difficult as a person. He could not accept playing everything and with everybody. He used to be a bandleader and actually a great solo pianist, always looking for something new, something else. Not repeating things he played before.

He made the bottom of the so called “Romanian jazz tradition”, introducing the folk music element in jazz, playing all kind of different styles, like pop tunes of the day, classical music themes, free improvised stuff, everything except rock & roll. He was a good friend of Richard Oschanitzky, another genius composer, piano player and arranger.

So, as you see, these two masters are my buddies, I was learning from them, from their music, recordings and scores. And I was trying to keep alive the spirit they put in their music. Jancsy was born on 26.12.1926 in Cluj, and we did our duo concert at the Philharmonie Hall in Cluj, so it was like coming home after a few decades. I am glad we went there and the producer, Mr. Keri Levente, is also a Romanian-Hungarian. So we somehow came together for this particular project. I hope that one day these recordings will be easier to get and become available…. Right now, Jancsy is living in Romania at least a few months a year.

We still have a bunch of tapes to be released one day! God bless him!

Cadence, Dezember 2005
   
 
 
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